Altersvorsorge-Reform 2027: Das Altersvorsorgedepot
Der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 das Altersvorsorgereformgesetz endgültig verabschiedet. Ab 1. Januar 2027 löst ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab. Was sich ändert, wie hoch die neue Förderung ausfällt und was mit bestehenden Riester-Verträgen passiert.
Von der VersicherungenGenie Redaktion · Lesezeit: 8 Min · Kategorie: Altersvorsorge · Veröffentlicht am 28.05.2026 · Aktualisiert am 28.05.2026
Was ab 2027 gilt (beschlossen)
Die Eckdaten der Reform laut Bundesfinanzministerium und Deutscher Rentenversicherung:
Ab 1.1.2027 löst das geförderte Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab
Neue Riester-Verträge sind dann nicht mehr abschließbar
Gespart werden kann in Fonds, ETFs und Aktien – mit oder ohne Garantie
Daneben gibt es ein kostengünstiges Standardprodukt mit auf maximal 1,0 % begrenzten Effektivkosten
Auch Selbstständige und berufsständisch Versicherte sind neu förderberechtigt
Die neue Förderung im Detail
Statt der bisherigen Pauschalzulage gibt es eine beitragsproportionale Grundzulage (Quelle: BMF-FAQ):
50 Cent je eingezahltem Euro – bis 360 Euro Eigenbeitrag
danach 25 Cent je Euro – bis 1.440 Euro Eigenbeitrag
maximale Grundzulage: 540 Euro pro Jahr
Kinderzulage: 1 Euro je Euro, bis 300 Euro pro Kind
Einmaliger Berufseinsteigerbonus: 200 Euro (bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag)
Was mit deinem alten Riester-Vertrag passiert
Für bestehende Verträge gilt Bestandsschutz:
Vor 2027 abgeschlossene Riester-Verträge laufen unverändert weiter
Es gibt keine automatische Kündigung oder Umwandlung
Ein Wechsel in die neue Förderung ist per Erklärung möglich
Bereits erhaltene Zulagen müssen dabei nicht zurückgezahlt werden
Wer noch 2026 einen klassischen Riester-Vertrag möchte, kann ihn bis Jahresende abschließen
Geplant, aber noch nicht beschlossen
Zwei weitere 2027-Vorhaben sind Stand Ende Mai 2026 noch nicht final verabschiedet – also mit Vorsicht zu bewerten:
Frühstart-Rente: 10 Euro/Monat staatlich pro Kind (6–18 Jahre) ins Depot – bislang nur Eckpunkte des Kabinetts (17.12.2025), noch kein Gesetz
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: einmalige Sonderanhebung der Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro/Monat für 2027 – bisher nur Kabinettsbeschluss (29.4.2026)
Die offiziellen Sozialversicherungs-Rechengrößen 2027 (BBG, Versicherungspflichtgrenze) werden erst im Herbst 2026 verkündet – kursierende Werte sind reine Prognosen
Was du jetzt tun kannst
Konkrete Schritte vor dem Start 2027:
Bestehenden Riester-Vertrag prüfen: Rendite, Kosten und Garantieniveau
Nicht überstürzt kündigen – der Bestandsschutz bleibt
Wer hohe Renditechancen will, kann das Altersvorsorgedepot ab 2027 mit ETFs nutzen
Selbstständige: ab 2027 erstmals zulagenberechtigt – Vorsorge neu planen
Unabhängig davon bleibt die Berufsunfähigkeitsversicherung die wichtigste Absicherung der Arbeitskraft
Häufige Fragen
Wird Riester 2027 abgeschafft?
Neue Riester-Verträge sind ab 1.1.2027 nicht mehr abschließbar; an ihre Stelle tritt das geförderte Altersvorsorgedepot. Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und laufen weiter.
Wie hoch ist die neue Förderung ab 2027?
Es gibt eine beitragsproportionale Grundzulage: 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag, danach 25 Cent je Euro bis 1.440 Euro – maximal 540 Euro pro Jahr. Dazu 1 Euro je Euro Kinderzulage (bis 300 Euro/Kind) und ein einmaliger Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.
Was passiert mit meinem alten Riester-Vertrag?
Er läuft unverändert weiter – keine automatische Kündigung oder Umwandlung. Ein freiwilliger Wechsel in die neue Förderung ist per Erklärung möglich, ohne dass du bisherige Zulagen zurückzahlen musst.
Kommt die Frühstart-Rente 2027?
Geplant, aber noch nicht beschlossen. Das Kabinett hat am 17.12.2025 nur Eckpunkte verabschiedet (10 Euro/Monat pro Kind von 6 bis 18 Jahren); ein Gesetz steht Stand Ende Mai 2026 noch aus.
Lohnt sich 2026 noch ein Riester-Abschluss?
Das hängt vom Einzelfall ab. Bis Ende 2026 sind klassische Riester-Verträge nach bisheriger Systematik noch möglich; ab 2027 greift die neue, oft flexiblere Förderung über das Altersvorsorgedepot.
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