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Betriebliche Altersvorsorge 2026/2027: BRSG II & neue Fördergrenzen

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) bekommt mit dem zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG II), seit 22.01.2026 in Kraft, deutlich mehr Dynamik: Opting-out-Modelle auch ohne Tarifvertrag und ab 2027 stärkere Unterstützung für Geringverdiener (Stand: Oktober 2026). Quellen: BetrAVG, EStG, BMAS, Bundesregierung.

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Von der VersicherungenGenie Redaktion · Lesezeit: 8 Min · Kategorie: Altersvorsorge · Veröffentlicht am 24.04.2026 · Aktualisiert am 11.10.2026

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Welche Höchstbeträge gelten 2026 in der bAV?

2026 kannst du bis 8.112 €/Jahr steuerfrei und davon bis 4.056 €/Jahr sozialabgabenfrei in die bAV einzahlen. Grundlage ist die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der Rentenversicherung 2026 von 8.450 €/Monat bzw. 101.400 €/Jahr. Daraus ergeben sich:

Wie viel kannst du 2027 steuer- und abgabenfrei in die bAV einzahlen?

2027 kannst du voraussichtlich bis 8.496 €/Jahr (708 €/Monat) steuerfrei und davon bis 4.248 €/Jahr (354 €/Monat) sozialabgabenfrei in die bAV einzahlen. § 3 Nr. 63 EStG stellt Beiträge bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei, § 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV davon bis 4 % beitragsfrei in der Sozialversicherung. Grundlage für 2027 ist die vom Bundeskabinett am 7. Oktober 2026 beschlossene BBG von 106.200 €/Jahr, der Bundesrat muss noch zustimmen.

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Was ändert sich durch das BRSG II?

Wichtigste Neuerung des zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetzes ist das Opting-out-Modell: Arbeitnehmer erhalten automatisch eine Entgeltumwandlung, können aber widersprechen. Das BRSG II bringt folgende Neuerungen:

Wie wird die bAV für Geringverdiener gefördert?

Über den sogenannten „Förderbetrag“ (§100 EStG) bekommen Arbeitgeber 30 % des Betrags zurück, den sie für geringverdienende Mitarbeiter in eine bAV einzahlen. Ab 2027 wird das deutlich besser:

Welche Durchführungswege gibt es in der bAV?

Es gibt fünf Durchführungswege: Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung.

Welche Abzüge fallen auf die Betriebsrente an?

Im Alter sind die Auszahlungen voll zu versteuern, außerdem fallen Krankenkassenbeiträge auf die Betriebsrente an, wobei 2026 ein Freibetrag von 197,75 €/Monat gilt.

Wie hoch ist der Freibetrag für Betriebsrenten 2027?

Der Freibetrag in der Krankenversicherung steigt 2027 voraussichtlich auf 206,50 €/Monat, 2026 liegt er bei 197,75 €/Monat. Nach § 226 Abs. 2 SGB V beträgt er ein Zwanzigstel der monatlichen Bezugsgröße, die 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 7. Oktober 2026 bei 4.130 € liegt (Bundesrat steht aus). In der Pflegeversicherung gibt es diesen Freibetrag nicht, dort gilt nach § 57 Abs. 1 SGB XI nur eine Freigrenze in derselben Höhe.

Häufige Fragen

Wie viel kann ich 2026 in die bAV einzahlen?
8 % der Beitragsbemessungsgrenze = 8.112 €/Jahr steuerfrei. Davon sind 4 % (4.056 €) auch sozialabgabenfrei. Die obere Hälfte (4.056 bis 8.112 €) ist steuerfrei, aber nicht SV-frei.
Was ist das BRSG II?
Das zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz, verkündet am 21.01.2026 und im Wesentlichen seit 22.01.2026 in Kraft, die Verbesserungen beim Förderbetrag gelten ab 01.01.2027. Wichtigste Neuerung: Das Opting-out-Modell (automatische Entgeltumwandlung, Arbeitnehmer kann widersprechen) ist jetzt auch ohne Tarifvertrag per Betriebsvereinbarung einführbar, wenn der Arbeitgeber mindestens 20 % Zuschuss zahlt.
Muss mein Arbeitgeber zur bAV zuzahlen?
Ja, bei Entgeltumwandlung schreibt § 1a Abs. 1a BetrAVG einen Zuschuss von 15 % des umgewandelten Betrags vor, soweit der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge spart. Eine allgemeine Pflicht zu 20 % gibt es nicht, 20 % sind nur Bedingung für ein Opting-out-Modell per Betriebsvereinbarung ohne Tarifvertrag. Viele Arbeitgeber bieten freiwillig mehr.
Lohnt sich die bAV für mich?
Besonders bei Arbeitgeber-Zuschuss über 20 %, bei hohem Steuersatz (Spitzensteuersatz) und langer Laufzeit. Weniger attraktiv bei niedrigem Steuersatz im Berufsleben, dann ist möglicherweise ein ETF-Sparplan netto besser.
Was ändert sich 2027 für Geringverdiener?
Die Einkommensgrenze für den bAV-Förderbetrag steigt von 2.575 € auf 3 % der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Mit der vom Kabinett beschlossenen BBG 2027 sind das 3.186 €/Monat brutto (Bundesrat muss noch zustimmen, Stand: Oktober 2026). Der maximal geförderte Arbeitgeberbeitrag steigt auf 1.200 €/Jahr, der Förderbetrag auf bis zu 360 €. Damit wird die bAV für mehr Arbeitnehmer attraktiv.

Quellen

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