Haus- & Grundbesitzerhaftpflicht 2026: Wer braucht sie?
Wer eine Immobilie oder ein Grundstück besitzt, trägt eine Verkehrssicherungspflicht, etwa beim Räumen und Streuen bei Glätte. Verletzt du sie und kommt ein Dritter zu Schaden, drohen Ersatzansprüche. Hier erfährst du, wer dafür eine eigene Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht braucht und wer bereits über die Privathaftpflicht abgesichert ist.
Wofür haftest du als Haus- oder Grundstückseigentümer?
Als Eigentümer haftest du, wenn Dritte durch eine Verletzung deiner Verkehrssicherungspflicht zu Schaden kommen, etwa durch sich ablösende Gebäudeteile oder versäumtes Streuen. Du musst Gefahren von Dritten abwenden:
Nach § 836 BGB haftet der Grundstücksbesitzer für Schäden durch Einsturz oder sich ablösende Gebäudeteile
Er wird nur frei, wenn er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beachtet hat
Klassiker ist die Räum- und Streupflicht: Gehwege und Zufahrten müssen geräumt, vereiste Flächen gestreut werden
Stürzt jemand wegen versäumten Streuens, können Ersatzansprüche auf den Verantwortlichen zukommen (Verbraucherzentrale)
Wer braucht eine eigene Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?
Vermieter, Besitzer unbebauter Grundstücke sowie Mehrfamilienhäuser und Eigentümergemeinschaften brauchen eine eigene Police, wer selbst im Ein- oder Zweifamilienhaus wohnt, meist nicht. Entscheidend ist, ob du die Immobilie selbst bewohnst:
Selbst bewohntes Ein-/Zweifamilienhaus oder Eigentumswohnung: meist KEINE separate Police nötig, denn die Haftung ist über eine gute Privathaftpflicht mitversichert (Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest)
Vermietete Wohnungen oder Häuser: eine separate Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist nötig
Unbebaute Grundstücke: nicht automatisch in der Privathaftpflicht enthalten, eigene Police nötig
Mehrfamilienhäuser und Eigentümergemeinschaften: laut Stiftung Warentest immer notwendig
Was kostet die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?
Ein Mehrfamilienhaus lässt sich laut Stiftung Warentest schon ab rund 43 Euro im Jahr versichern, der Schutz ist also günstiger, als viele denken.
Laut Stiftung Warentest (Finanztest 5/2024) lässt sich ein Mehrfamilienhaus schon ab rund 43 Euro im Jahr versichern
Bei ungünstiger Anbieterwahl kann derselbe Schutz aber bis zum Achtfachen kosten, Vergleichen lohnt sich
Preisfaktoren: Objektart (Ein-/Zwei-/Mehrfamilienhaus), Zahl der Einheiten, Eigentümergemeinschaft, unbebautes Grundstück
Hinweis: Die Beispielzahl stammt aus 2024, aktuelle Beiträge können abweichen
Worauf solltest du vor dem Abschluss achten?
Prüfe zuerst, ob deine Privathaftpflicht das selbstgenutzte Objekt schon einschließt, und achte auf eine Deckungssumme von mindestens 10 Mio. Euro. Die wichtigsten Punkte:
Zuerst die Privathaftpflicht checken: Ist das selbstgenutzte Objekt dort schon eingeschlossen?
Deckungssumme: mindestens 10 Mio. Euro (Stiftung Warentest)
Bauvorhaben sind oft bis zu einer Bausumme von mindestens 50.000 Euro mitversichert
Bei mehreren oder wechselnden Objekten die Police passend zur Objektart wählen
Häufige Fragen
Brauche ich eine Grundbesitzerhaftpflicht für mein selbst bewohntes Haus?
Meist nicht. Bei einem selbst bewohnten Ein-/Zweifamilienhaus oder einer selbst genutzten Eigentumswohnung ist die Haftung in der Regel über eine gute Privathaftpflicht mitversichert (Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest).
Reicht die Privathaftpflicht, wenn ich eine Wohnung vermiete?
Nein. Für vermietete Immobilien ist eine separate Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht vorgesehen. Die Privathaftpflicht deckt vermieteten Grundbesitz nicht automatisch ab.
Brauche ich für ein unbebautes Grundstück eine eigene Police?
Ja. Unbebauter Grundbesitz ist nicht automatisch in der Privathaftpflicht enthalten und braucht eine eigene Police.
Was kostet die Versicherung für ein Mehrfamilienhaus?
Laut Stiftung Warentest (Finanztest 5/2024) ab rund 43 Euro im Jahr, bei ungünstiger Anbieterwahl aber bis zum Achtfachen. Ein Vergleich lohnt sich.
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