Wer Pflege braucht, muss einen Pflegegrad beantragen – der bestimmt, was die Pflegeversicherung zahlt. Der Prozess ist kostenlos, aber bürokratisch. Hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung für 2026 mit allen offiziellen Fristen. Quellen: Verbraucherzentrale, BMG, Pflegekassen.
Ab 2027 geplante Pflegereform kann Eigenanteile reduzieren (siehe separater Artikel)
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Bewilligung eines Pflegegrads?
Gesetzlich: maximal 25 Arbeitstage nach Antragseingang. Dauert es länger ohne triftigen Grund, steht dir eine Verzögerungsgebühr von 70 € pro angefangener Woche zu (§ 18 Abs. 3b SGB XI).
Was passiert beim MDK/Medicproof-Besuch?
Pflegefachkraft oder Arzt kommt zu dir nach Hause. Dauer: 60-90 Minuten. Geprüft werden 6 Lebensbereiche (Mobilität, Selbstversorgung, Kognition etc.). Aus dem Punktwert ergibt sich der Pflegegrad 1-5.
Ab wann bekomme ich Pflegeleistungen?
Rückwirkend ab dem Antragsmonat. Beispiel: Antrag am 15.3., Bescheid am 15.4. → Leistungen ab 1.3. rückwirkend. Daher: Antrag nicht aufschieben.
Kann ich den Pflegegrad ablehnen lassen?
Ja, wenn du Widerspruch einlegst (binnen 1 Monat nach Bescheid). Bei anhaltender Ablehnung: Klage vor dem Sozialgericht. Ein Pflegetagebuch und fachliche Unterstützung (z.B. Pflegeberatung) helfen.