Generationenkapital 2027: Was die Aktienrente wirklich bedeutet
Mit dem „Generationenkapital“ wollte die Ampel-Regierung die gesetzliche Rente teilweise über Kapitalanlagen stabilisieren. Das Gesetz wurde aber nie verabschiedet. Wir zeigen dir, was geplant war, was stattdessen beschlossen ist, was noch Prognose ist und was das für deine Altersvorsorge bedeutet. Quellen: Bundestag, Bundesregierung, Deutsche Rentenversicherung.
Was bedeutet das Generationenkapital für deine Rente?
Für deine Rente hat das Generationenkapital keine Bedeutung, denn es wurde nie eingeführt: Der Gesetzentwurf zum Rentenpaket II wurde vom Bundestag nicht verabschiedet und ist mit dem Ende der Wahlperiode 2025 verfallen.
Geplant war eine Stiftung, die Darlehen des Bundes am Kapitalmarkt anlegt: ab 2024 jährlich 12 Milliarden Euro, in den Folgejahren um jeweils 3 % steigend
Die Erträge sollten ab Mitte der 2030er Jahre den Anstieg des Beitragssatzes abdämpfen
Gesetzentwurf: BT-Drucksache 20/11898 vom 2. Juli 2024 (Kabinettsbeschluss am 29. Mai 2024)
Nach dem Ende der Ampel-Koalition am 6. November 2024 wurde das Gesetz nicht mehr beschlossen
Die neue Bundesregierung hat stattdessen das Rentenpaket 2025 (Rentenniveau 48 % bis 2031) beschlossen und plant die Frühstart-Rente für Kinder
Wie entwickelt sich der Rentenbeitragssatz bis 2039?
Laut Rentenversicherungsbericht 2025 liegt der Rentenbeitragssatz 2026 bei 18,6 % und steigt ab 2028 deutlich bis auf 21,2 % im Jahr 2039. Für 2027 ist er noch nicht festgesetzt. Die Vorausberechnung im Überblick:
Rentenbeitragssatz 2026: 18,6 %
2027: laut Bericht 18,6 %, nach aktuellen Medienberichten plant die Bundesregierung 18,8 % (noch nicht festgesetzt)
Prognose 2028: 19,8 %
Prognose 2029: 20,0 %
Prognose 2039: 21,2 %
Wichtig: Das sind PROGNOSEN, keine endgültigen Zahlen
Ist das Generationenkapital ein persönliches Rentenkonto?
Nein, auch nach dem Plan des Rentenpakets II wäre das Generationenkapital ein Gemeinschaftsvermögen der Stiftung gewesen und kein Konto mit Auszahlung an dich. Ein persönliches, kapitalgedecktes Vorsorgekonto soll dagegen die Frühstart-Rente für Kinder bringen:
Generationenkapital (nicht umgesetzt): kollektives Vermögen zur Stützung der Rentenkasse, keine Auszahlung an Einzelne
Frühstart-Rente: Der Staat zahlt 10 € im Monat pro Kind von 6 bis 18 Jahren in ein individuelles Vorsorgekonto
Geplanter Start: 1. Januar 2027, beginnend mit dem Geburtsjahrgang 2020 (rückwirkend ab Januar 2026)
Stand Oktober 2026: Kabinettsbeschluss am 12. August 2026, erste Lesung im Bundestag am 25. September 2026, Bundestag und Bundesrat müssen noch abschließend zustimmen
KEIN Ersatz für deine eigene private Altersvorsorge
Wie solltest du jetzt privat für die Rente vorsorgen?
Da es kein Generationenkapital gibt und das Rentenniveau von 48 % nur bis 2031 gesetzlich gesichert ist, bleibt private Vorsorge zentral, etwa über ETF-Sparplan, geförderte Vorsorge, Rürup, Betriebsrente oder Immobilien:
ETF-Sparpläne bleiben für Langfristanleger attraktiv
Geförderte Vorsorge für Familien: ab 2027 das neue Altersvorsorgedepot mit bis zu 540 € Grundzulage und bis zu 300 € Kinderzulage pro Jahr (bei Riester bisher 175 € plus bis zu 300 € je Kind)
Rürup für Selbstständige und Gutverdiener (hoher Steuervorteil)
Betriebliche Altersvorsorge bei Arbeitgeber-Zuschuss
Immobilien als inflationssichere Altersvorsorge
Was kommt nach der Riester-Rente?
Nach der Riester-Rente kommt das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot: Der Bundesrat hat dem Altersvorsorge-Reformgesetz am 8. Mai 2026 zugestimmt, die neuen geförderten Produkte starten im Januar 2027 und lösen die Riester-Rente ab. Pro eingezahltem Euro gibt es 50 Cent Grundzulage auf die ersten 360 € und 25 Cent auf weitere bis zu 1.440 €, zusammen höchstens 540 € im Jahr.
Häufige Fragen
Was ist das Generationenkapital?
Ein geplanter Kapitalstock zur teilweisen Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung aus dem Rentenpaket II der Ampel-Regierung. Eine Stiftung sollte Darlehen des Bundes am Kapitalmarkt anlegen, die Erträge sollten ab Mitte der 2030er Jahre den Beitragssatzanstieg abdämpfen. Das Gesetz wurde aber nicht verabschiedet, ein Generationenkapital gibt es deshalb nicht.
Bekomme ich aus dem Generationenkapital eine Rente?
Nein. Das Generationenkapital war nie als persönliches Konto geplant und wurde zudem nicht umgesetzt. Ein individuelles, staatlich bezuschusstes Vorsorgekonto soll es dagegen mit der Frühstart-Rente für Kinder ab 6 Jahren geben (geplanter Start am 1. Januar 2027, das Gesetz ist noch nicht verabschiedet).
Wie hoch ist der Rentenbeitrag 2027?
Noch nicht festgesetzt. Der Rentenversicherungsbericht 2025 rechnete mit 18,6 % (wie 2026), nach aktuellen Medienberichten plant die Bundesregierung 18,8 %. Ab 2028 wird ein Anstieg auf 19,8 % erwartet. Das ist eine Vorausberechnung, die endgültige Höhe wird per Rechtsverordnung festgelegt.
Brauche ich jetzt keine private Altersvorsorge mehr?
Doch, unbedingt. Ein Generationenkapital gibt es nicht, und das Rentenniveau von 48 % ist nur bis 2031 gesetzlich gesichert. Die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und gewünschtem Lebensstandard bleibt bestehen.
Wie kann ich von der Aktienrente profitieren?
Gar nicht, denn die geplante Aktienrente (Generationenkapital) wurde nicht eingeführt. Für eine persönliche Aktien-Altersvorsorge eignen sich ETF-Sparplan, fondsgebundene private Rente oder ab 2027 das neue geförderte Altersvorsorgedepot.
Alle Inhalte werden von der VersicherungenGenie-Redaktion recherchiert und auf Basis offizieller Quellen (u. a. GDV, BaFin, Verbraucherzentrale, Deutsche Rentenversicherung, Bundesbank, Gesetze) erstellt. Wir sind ein redaktionelles Informations- und Vergleichsportal, kein Versicherer und kein Versicherungsmakler. Die Vergleichsrechner stammen von unserem Partner Tarifcheck. Bei einem Abschluss darüber erhalten wir eine Provision, die keinen Einfluss auf unsere Inhalte hat. Angaben dienen der Information und ersetzen keine individuelle Beratung.